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Karta Idrijca   Spaziergang Durch den Park
ÜBER DEN PARK
NATURMERKMALE DES PARKGEBIETES
SPAZIERGANG DURCH DEN PARK
VON IDRIJA BIS ZUM SEE DIVJE JEZERO
STRUG UND DIE ORTSCHAFT IDRIJSKA BELA
IDRIJCA VON LAJŠT BIS ZUR QUELLE
BELCA VON LAJŠT BIS ZUR QUELLE
RANDGEBIET DES TRNOVSKI GOZD
TOURISMUS UND ERHOLUNG
SCHUTZREGIME
FOTOGALERIE
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DEITSLEN  
 
 
 
 

Bei einem guten Mittagessen in der Stadt Idrija sollte man am besten eine Spezialität, z. B. die so genannten Idrijski žlikrofi (Idrija Maultaschen) mit Beilage, probieren. Anschließend bietet sich ein Spaziergang in dem an die Stadt grenzenden Park an.

Schon beim Eintreten begegnet man einem kleinen botanischen Garten, der Förderstation des Bergwerks, dem Pumpwerk Kamšt und dem Kanal (Rake).

Kamšt ist eine mächtige und technisch äußerst gut vollendete Anlage aus dem Jahr 1790. Es handelt sich um ein schaufelförmiges Kunstrad aus Eiche mit einem Durchmesser von fast 14 Metern, der Name Kamšt  bedeutet „Wasserkunst“. Dieses Kunstrad pumpte das Wasser aus bis zu 280 Metern Tiefe. Beim Bau ersetzte es die bisherigen Bergwerkpumpen, von denen einige noch aus dem 16. Jahrhundert stammten.

Das Holzwasserrad befindet sich in einem Monumentalgebäude aus Stein. Es gilt als das größte noch erhaltene Holzwasserrad dieses Typs in Europa. Es funktionierte bis zum Jahr 1948. Den Schlüssel zur Besichtigung des Kamšt bekommt man im Schloss Gewerkenegg, wo man Ihnen auf Wunsch auch einen Touristenführer zur Seite stellt, der Ihnen alles über die Entstehung und Arbeit der Anlage erklären kann.

In der Nähe des Wasserkanals, dessen Wasser die mächtige Pumpe antrieb, kann man einen Spaziergang bis zu Kobila machen. Diese Strecke ist als ‚Weg der Verliebten’ bekannt, auch viele Einwohner der Stadt Idrija spazieren hier zur Erholung. Der Weg verläuft entlang des Wasserkanals, im Baumschatten und am niedrig gelegenen Fluss Idrijca. Bei diesem Entspannungsspaziergang inmitten der Natur trifft man höchstens einige andere Spaziergänger und gelegentlich ein paar Jogger. Schon im Jahr 1596 wurden erste Rake (Kanäle) gebaut, die das Wasser von der gestauten Idrijca bei Kobla bis zum Stadtzentrum führten. Bis zum Damm ist eine gute halbe Stunde nicht anstrengenden Fußweges erforderlich, immer entlang am Wasser, in üppigem Grün und umgeben von Naturklängen. Der Weg führt uns an Baumriesen, dem Mäander bei Zagod, der Quelle und mehreren Stegen über den Fluss Idrijca vorbei und endet am Damm.

Am Zusammenfluss biegen Sie links ab und folgen dem Weg neben dem Belca weiter. Die Straße führt Sie entlang der Wassersperren (Brus-Sperre und Putrih-Sperre) bis zur Forsthütte auf Krekovše und weiter geht es zur Mrzla rupa. Auf diesem Weg sind Sie konstant von unübersichtlichen Wäldern und der wilden Natur umgeben. In diesem Teil des Parks gibt es keine Dauersiedler. Hier wurde allerdings in den letzten zwei Jahren des zweiten Weltkrieges ein Krankenhaus betrieben, wo ungefähr 1600 Verletzte versorgt wurden. Nach ungefähr 15 Kilometern kommen Sie zum Sattel und es öffnet sich Ihnen der Blick auf die Julischen Alpen. Am Sattel, der das Idrijca-Tal und das Trebuša-Tal trennt, befindet sich eine Mauer aus der späten Antike aus dem 3. bzw. 4. Jahrhundert nach Christus, die den Durchgang zwischen den beiden Tälern beschützte. Wenn Sie sich von dort aus weiter Richtung Golaki bzw. Čepovan begeben, können Sie einen Urwald, ein Naturreservat auf Bevkov vrh besichtigen, das am äußeren Nordrand der Hochebene Trnovska planota liegt.

Am Zusammenfluss können Sie sich auch rechts dem Fluss Idrijca entlang zur Hochebene Vojsko begeben. Die Straße verläuft zunächst neben dem Flussbett und löst sich höher vom Wasser ab. Das Terrain dort ist sehr steil und teilweise auch abgründig, so dass es die Straße nicht schafft, dem Wasser zu folgen. An dem Punkt, wo sich die Straße für 300 Meter über das Flussbett hebt, hat der Fluss Idrijca eine undurchgängige Schlucht Kramarš’ca gebildet. Noch höher nähert sich die Straße wieder dem Wasser und dort stehen noch einige Klavže (Wassersperren), hinter ihnen das Zaklavžarjeva-Gehöft, ehemals das Zuhause des Wirtschafters und Verwalters der Wassersperren. Das Gehöft ist jetzt verlassen.

Der See Divje jezero ist eine Sehenswürdigkeit, die nicht nur zu den größten Sehenswürdigkeiten des Parks gehört, sondern die auch im slowenischen Raum ihresgleichen sucht. Versteckt unter den vertikalen Felswänden liegt er nur 2 Kilometer von der Stadt Idrija entfernt. Der See ist eine charakteristische Karstquelle, wo die Gewässer unter den fast vertikalen Felswänden fließen und die um den See herum steil steigen und eine Kesselform bilden. Gemäß der Menge der Niederschläge verändert sich auch der Wasserstand im See. Die meiste Zeit ist die Jezernica still und bildet mit der umgebenden Natur ein außerordentliches Biotop, das schon viele Naturwissenschaftler und Botaniker anlockte und viel zu den Pionierschritten der Botanik in Slowenien beitrug. Eine solche Vielfalt an Pflanzenarten, darunter das insektenfressende Alpen-Fettkraut (Pinguicula alpina), die sich mit ihren Blättern kleines Ungeziefer einfängt und einige Endemite wie die Krainer Primel (Primula carniolica), auf einem so kleinen Raum findet man selten.

Der See Divje jezero eine Karstquelle, genauer gesagt eine Vauclus-Karstquelle, für die charakteristisch ist, dass das Wasser, aus großen Tiefen und unter Druck, durch den Siphon an die Oberfläche fließt, was vor allem nach starkem Regen im Einzugsgebiet des Sees geschieht. Der See bringt auf und fängt an, enorme Wassermengen zu speien. Der Fluss des Wassers aus dem See steigt auf und erreicht bis zu 100 Quadratmeter pro Sekunde, der Seespiegel kann für 3 Meter steigen und über der Seemitte entsteht eine Wasserkuppel. So rechtfertig der See Divje jezero (Wilder See) seinen Namen. Enorme Wassermengen auf dem kürzesten Fluss Sloweniens Jezernica, der nur 50 Meter lang ist, fließen in den Fluss Idrijca ab.   

Die Tiefe des Siphons bleibt noch immer ein Rätsel, das die Taucher schon seit dem Jahr 1970, als im See die ersten Tauchforschungen gemacht wurden, zu lösen versuchen. Unter dem gut sehendem Bruch an der südöstlichen Felswand fängt in der Tiefe von 15 Metern der Wasserstollen an. Hier haben Unterwassertiere ihr Zuhause, darunter auch der Grottenolm. Die größte beim Tauchen bisher erreichte Tiefe liegt bei 160 Metern und ist von dem Seespiegel mehr als 450 Meter entfernt. Die Anforderungsstufe des Siphons und die große Tiefe kosteten schon drei erfahrene Tauchforscher das Leben. Seit dem Jahr 1999 ist das Tauchen im See ohne Genehmigung verboten.

Wegen seines Ausnahmecharakters steht der Divje jezero schon seit dem Jahr 1967 unter Naturschutz, seit dem Jahr 1972 hat er auch den Status eines Museums in der Natur, des ersten in Slowenien. Für eine leichte und sichere Besichtigung wurden in der Umgebung des Sees Erklärungstafeln aufgestellt, die uns die Hauptmerkmale des Sees und der Fauna der Gegend erklären.

Die Straße entlang des Divje jezero führt ins Herz des Landschaftsparks. Von hier aus geht es besser mit dem Fahrrad oder mit dem Auto weiter. Die Wasserläufe des Idrijca, die im Sommer auch zum Baden geeignet sind, und die üppige Landschaft begleiten Sie bis zur Idrijska Bela, einem an Bauernhöfen und Wohnhäusern liegenden Weiler innerhalb des Parks. Hier, am Zusammenfluss des Idrijca und Belca, erweitert sich das Tal ein bisschen, die Schlucht eröffnet den Blick auf gemähte Wiesen und den offenen Himmel. Am Zusammenfluss ist ein Badeort; hier finden Sie auch eine Hütte, wo Sie sich stärken und erholen können, bevor Sie in den  abgelegenen Teil des Parks eintreten.

Auf Wassersperren trafen wir schon am Belca. Das Bergwerk benötigte jährlich große Mengen an Holz. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden ungefähr 4 Millionen Quadratmeter verbraucht. Da die Umgebung von Idrija schwer zugänglich war und es keine Straßen gab, war der Fluss Idrijca mit seinen Zuflüssen der geeignetste Transportweg. Aus diesem Grund wurden schon ab Ende des 16. Jahrhunderts Wassersperren gebaut. Noch heute kann man Wassersperren besichtigen, die in den Jahren 1767-1772 erbaut wurden, sie wurden Zidane klavže genannt. Die Wassersperren auf Idrijca sind die größten und sie hielten auch die größte Wassermenge auf. Das Gemäuer ist über 10 Meter dick und im oberen Teil 44 Meter breit. Am malerischsten sind aber die Wassersperren Putrihove klavže am Belca. Aufgestellt sind sie zwischen steilen Wänden, wo sich das Tal schließt und verengt. Alle Wassersperren hatten zwei Türen, die bei vollem Damm geöffnet wurden und das reißende Wasser trug unter den Wassersperren das vorbereitete Holz nach Idrija. Enormer Flussrechen in der Stadt hielt das Holz zurück, das Wasser aber flutete teilweise die bergige Landschaft, wo es oft Schäden verursachte, bevor es ruhig weiterfloss. Von ihrer Originalität und Baumassivität her gesehen sind Klavže als derartiges technisches Erbe ohne gleichen – nicht nur in Slowenien, sondern auch weltweit.

Stanislav Mazi beschreibt den Holztrift folgendermaßen: „Beim Öffnen der Türen musste man den Verschluss heben, die Bremse war damit gelöst und das Wasser öffnete mit voller Kraft die Türen und zischte durch die Kanäle. Das Wasser floss gar nicht, der Druck war zu stark und ihre Menge: wer es sich traute, von den Stufen aus ihren Durchfluss zu beobachten, der sah nur Schaum und Nebel, die mit Geräusch und Getöse in die Tiefe drängten … Vor den Wassersperren Putrihove klavže, wo das Flussbett fast 13 Meter niedriger ist als an den Türen der Wassersperre, waren 7000 Quadratmeter Holz gestapelt, was in der Länge von 115 Metern das ganze Flussbett bis zur Höhe der Kanäle in den Wassersperren füllte. Doch trotzdem schaffte es das Wasser, das ganze Holz mit dem Gewicht von 4000 Tonnen zu heben. Als die Holzmasse einmal bewegt wurde, drängte sie die ständige Wasserzuströmung unhaltbar voran. Die Klavža trug.“

Heute sind alle Klavže mit Hilfe des Stadtmuseums Idrija erneuert, der Park ist mit Wegweisern und Erläuterungstafeln ausgestattet. Die Straßen sind meist Makadamstraßen, einige Wege sind markiert, die Gewässer sind rein und klar und die Wälder üppig, verhältnismäßig gut erhalten und gesund. Mit ein wenig Glück sehen Sie Rehwild und Gemse. Von der geologischen Vielfalt sprechen zahlreiche Fossilfundorte. Durch den Park können Sie sich alleine oder mit Touristenführern begeben. Unbedingt müssen Sie aber das Schutzregime einhalten. Mit ein bisschen Kondition kann man den Großteil des Parks zu Fuß erlaufen oder man legt die Wege mit dem Fahrrad zurück. Der niedrigste Punkt des Parks liegt mit 320 Metern in der Stadt Idrija, der höchste Punkt liegt im Waldreservat Golaki und erreicht eine Höhe von 1450 Metern über dem Meeresspiegel. Auch diese Höhenunterschiede tragen zur Vielfalt und Vielgestaltigkeit des Parks bei. Es erwartet Sie überall unversehrte Natur. Soll sie auch unversehrt bleiben.

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